Skalierung und Kreislaufwirtschaft im Fokus
Die Mitglieder des Sachverständigenrats Bioökonomie Bayern kamen am 21. April 2026 am Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing zur ersten Ratssitzung in diesem Jahr zusammen. Am Vormittag standen die aktuellen Aktivitäten im Rahmen der Bayerischen Bioökonomiestrategie sowie die Weiterentwicklung der Bioökonomie in Bayern im Mittelpunkt.
Richtungsweisend für die Zukunft Bayerns: Biomasseressourcenstrategie und Kreislaufwirtschaftsstrategie
In diesem Zusammenhang entsteht derzeit mitunter die Bayerische Biomasseressourcenstrategie, die federführend vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus (StMELFT) gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi) erarbeitet wird.
Den Entwurf der Strategie stellten Liesbeth Wolf (StMELFT) und Dr. Christian Geltinger (StMWi) vor. Die Biomasseressoucenstrategie soll dabei unterstützen, biogenen Kohlenstoff aus heimischer Biomasse verstärkt zu nutzen und nachhaltige Nutzungspfade für nachwachsende Rohstoffe aufzuzeigen. Dabei werden zentrale Handlungsfelder wie Landwirtschaft, Waldbewirtschaftung, regionale Wertschöpfung, Infrastruktur, Innovation sowie gesellschaftliche Aspekte adressiert.
Parallel dazu erarbeitet das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) eine bayerische Kreislaufwirtschaftsstrategie (BayKWS). Diese befasst sich, ähnlich wie die Bioökonomiestrategie, mit einer nachhaltigen, kreislauffähigen und effizienten Nutzung heimischer Rohstoffe. Die Strategie wird ein Maßnahmenpaket enthalten und insbesondere auf Landesebene Impulse setzen, um Ressourcenschonung, Abfallvermeidung und Wiederverwendung zu stärken.
Umsetzung der Bayerischen Bioökonomiestrategie
Der SVB begleitet auch weiterhin die Umsetzung und Weiterentwicklung der BayBÖS aktiv, um Fortschritte aufzuzeigen und Impulse sowie Handlungsempfehlungen für eine zirkulär ausgerichtete Bioökonomie zu setzen.
Dabei betrachtet der derzeit vier Schwerpunktbereiche, um Handlungsbedarfe in diesen Sektoren zu identifizieren und gemeinsam mit relevanten Stakeholdern sowie zuständigen Ressorts Lösungen zu entwickeln. Diese sollen die Bioökonomie auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene weiter voranbringen:
- Abfall- und Kreislaufwirtschaft
- Wirtschaft und Industrie
- Bausektor
- Land- und Forstwirtschaft
Mit Besorgnis beobachten die Mitglieder des SVB die aktuell untergeordnete Rolle von Nachhaltigkeit im politischen Diskurs. Gerade in Krisenzeiten werden die Chancen der Bioökonomie hinsichtlich Resilienz, Unabhängigkeit und Ressourceneffizienz deutlicher denn je. Diese Potenziale sollten ausgebaut werden, statt auf rückschrittliche Technologien zu setzen.
Später erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Entwicklung des „Skalierungs-Hubs“ am Hafen Straubing-Sand. Prof. Dr. Ing. Michael Zavrel vom TUM Campus Straubing führte durch das TUM ScaleUp Center und erläuterte dabei praxisnah die Herausforderungen und Chancen des Upscalings in der Bioverfahrenstechnik vom Labor bis zum Pilotmaßstab. Anschließend konnte der SVB die BioCampus MultiPilot (BMP) besichtigen. Die im Bau befindliche Anlage soll zukünftig die Skalierung von biobasierten Innovationen bis zum vorindustriellen Maßstab ermöglichen. Peter Dettelmann, Geschäftsführer der BioCampus Straubing GmbH, und Dr. Laura Lautenschläger gaben Einblicke in die Rolle des Standorts als Knotenpunkt für biobasierte Innovationen und regionale Wertschöpfung.
Wir bedanken uns herzlich für den Austausch und die Einblicke! Die Fortschritte der bayerischen Bioökonomie werden durch die laufenden Aktivitäten sichtbar und sind ein weiterer Schritt hin zu einer zirkulären, biobasierten Wirtschaft und Industrie.

